HIV Infektion und AIDS in Südafrika, PD Dr. Wolfgang Preiser

In seiner Antrittsvorlesung zum Privatdozenten berichtete Dr. Preiser über die aktuelle HIV und AIDS-Situation in Südafrika. Insgesamt gibt es südlich der Sahara 25,4 Millionen Menschen, die mit dem HIV (HI-Virus) infiziert sind. In Westeuropa sind es vergleichsweise wenig, nämlich insgesamt 610.000 HIV infizierte Menschen. Auch die Sterberate ist bedenklich. Auch bei den Neuinfektionen ist die Situation dramatisch. Südlich der Sahara haben sich im Jahr 2004 3,2 Millionen Menschen mit HIV infiziert. In Westeuropa waren es 22.000.

In Südafrika trat 1982 der erste AIDS-Fall auf. Betroffen war ein homosexueller Mann. Ende der 80er Jahre kam es zunehmend zu einer Ausbreitung von HIV bei heterosexuellen Menschen. Inzwischen überwiegt die Ausbreitung von HIV unter der heterosexuellen Bevölkerung. 27,9% der schwangeren Frauen sind mit HIV infiziert, also mehr als 1/4 der Bevölkerung. Die Provinz KwaZula Natal ist am stärksten betroffen. Dort wird die Zahl der Menschen, die mit HIV infiziert sind, auf über 40% geschätzt.

In Südafrika ist AIDS an erster Stelle der Todesursachen. Die Lebenserwartung (bei Geburt) ist auf 49 Jahre runtergegangen und hat somit 30 Jahre unter der Lebenserwartung in Deutschland (Stand wie zum Ende der 50er Jahre nach der Kolonialperiode). Insgesamt sind in Südafrika geschätzt 5,3 Millionen Menschen mit HIV infiziert. In Deutschland dagegen sind es 49.000 Menschen. Deutschland hat aber fast doppelt so viele Einwohner.

Die Regierung in Südafrika redet das Problem klein. Es ist ein Tabuthema. Ein Schritt in die richtige Richtung hat Nelson Mandela gemacht. Man munkelte, dass Nelson Mandelas Sohn an den Folgen von AIDS verstorben sei. Daraufhin bekannte sich Nelson Mandela öffentlich dazu. Die derzeitige Regierung geht nicht besonders offen mit der Erkrankung und der dramatischen Situation um. Inzwischen scheint auch Dr. Rath Einfluss zu nehmen. Dr. Rath verspricht die Heilung von HIV durch seinen Multivitaminsaft.

Schwangere Frauen haben durchgesetzt, dass sie antiretroviral therapiert werden, damit das ungeborene Kind gesund zur Welt kommt. Eine hervorragender Vortrag von Herrn Preiser, der inzwischen in Südafrika lebt und arbeitet.

Veranstalter war die Frankfurter Medizinische Gesellschaft

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