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Medizinische Mythen

Trinken Sie mindestens zwei Liter Wasser am Tag – es ist gesund. Wenn Sie im Dämmerlicht ein Buch lesen, schadet es den Augen.

Aaron Carroll hat medizinische Ratschläge unter die Lupe genommen und untersucht. Was ist wirklich dran und was können Sie getrost vergessen. Viele Ärzte glauben selbst an diese Ratschläge und geben Sie Ihren Patienten weiter.

Hier einige medizinische Mythen, die so nicht stimmen:
– Zwei Liter Wasser am Tag sind gesund
– Menschen nutzen nur 10% Ihres Gehirns
– Fingernägel und Haare wachsen nach dem Tod weiter
– Rasierte Haare wachsen schneller nach
– Lesen bei schlechter Beleuchtung schadet den Augen

Gerade der Mythos, dass zwei Liter Wasser am Tag gesund sind, hat Aaron Carroll in dieser Form widerlegen können. Diese Aussage geht auf eine Empfehlung von 1945 zurück. Ein wichtiger Aspekt wurde nicht berücksichtigt: der große Wassergehalt der Nahrung (z.B. Obst und Gemüse). Natürlich ist es trotzdem wichtig, ausreichend zu trinken.

Nachzulesen beim BMJ (British Medical Journal).

Was sind IGeL-Leistungen?

IGeL-Leistungen sind Leistungen, die der Arzt in Rechnung stellt, weil sie von der Krankenkasse nicht gezahlt werden. IGeL ist dabei die Abkürzung für individuelle Gesundheitsleistungen. Das Problem: einige Leistungen sind durchaus sinnvoll, andere Leistungen verhelfen – wenn man ehrlich ist – nur dem Geldbeutel des Arztes. Aber nicht nur für den Patienten, auch für den Arzt ist es schwierig, das richtige Maß zwischen neutraler Beratung und ökonomischen Interessen zu bewahren.

Für den Patient ist es unmöglich, zwischen sinnvollen und unsinnigen Leistungen zu unterscheiden. Und prinzipiell vertraut man seinem behandelnden Arzt.

Eine durchaus sinnvolle IGeL-Leistung ist die Glaukomfrüherkennung (Grüner Star), die beim Augenarzt ca. 35 Euro kostet. Da der grüne Star die zweithäufigste Erblindungsursache ist, ist eine frühzeitige Therapie wichtig.

Sicher werden auch Leistungen angeboten, die nicht notwendig sind. In den letzen zwei Monaten wurden ca. 16 Millionen IGeL-Leistungen verkauft und über eine Milliarde Euro Umsatz erzielt. Der sog. „zweite Gesundheitsmarkt“ ist inzwischen für viele Arztpraxen ökonomisch notwendig, um zu überleben.

Wenn Sie als Patient unsicher sind, können Sie bei Ihrer Krankenkasse nachfragen, warum diese Leistung nicht bezahlt wird. Das hilft Ihnen, sich zu orientieren.

Blogmed im neuen Design

Seit heute ist „Blogmed – Medizinische Nachrichten“ im neuen Design.

Dreispaltig und dadurch hoffentlich etwas übersichtlicher. Ich hoffe, das neue Design gefällt Euch. Ich habe mich dazu entschieden, weil das alte Design sehr überladen wirkte.

Update: Ein paar kleinere Fehler noch entdeckt, unter anderem funktionierten ein paar Plugins nicht und die Kommentarzählfunktion war fehlerhaft. Sind jetzt behoben…

Sport hilft gegen Winterdepression

Wer Ausdauersport betreibt, kennt das: die euphorisierende Wirkung der Bewegung, das sog. Runners High. US-Forscher haben nun in einer Studie entdeckt, dass Sport auch gegen Depression hilft. Das Gehirn produziert dabei das natürliche Antidepressivum VGF. Dieser Zusammenhang konnte bei Nagetieren nachgewiesen werden. Wenn ähnliche Effekte durch sportliche Aktivität auch beim Menschen eintreten, dann wäre Sport als natürliches Antidepressivum beim Menschen einsetzbar.

Quelle: “Nature Medicine„ (DOI: 10.1038/nm1669)

Alzheimer / Demenz mit Bluttest erkennen

In den nächsten fünf Jahren erwartet man blutbasierte Tests zur Früherkennung von Demenzen, z.B. Morbus Alzheimer. Bereits heute gibt es Verfahren, die bereits Jahre bevor eine Demenz auftritt Hinweise darauf geben. Dabei wird der Liquor (Hirnflüssigkeit) untersucht. In Studien werden derzeit blutbasierte Tests geprüft und es gibt Hinweise, dass sie ähnlich zuverlässig sind wie Liquor basierte Testverfahren.

Eine Früherkennung kommt bestimmten Patienten zugute. Durch gezielte Therapiemaßnahmen (Sportprogramme, Kognitionstraining, spezielle Ernährung) kann der Ausbruch der Erkrankung verzögert werden.

Trauernde Eltern – Internettherapie

Eltern, die Ihr Kind während oder kurz nach der Schwangerschaft verlieren, können ab sofort eine Internetbehandlung in Anspruch nehmen. Initiiert wurde das Portal von Dr. Anette Kersting, Oberärztin an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Münster (UKM).

Die meisten Eltern sind jung und mit dem Internet vertraut. Sie können über dieses Medium bundesweit erreicht werden. Das Behandlungskonzept besteht aus zwei Schreibtherapiesitzungen, die die Eltern fünf Wochen lang zwei mal pro Woche einreichen. Die Eltern sollen sich mit dem traumatischen Erlebnis auseinandersetzen.

Über den medialen Weg sollen mehr Eltern erreicht werden. Immer noch ist in unserer Gesellschaft die Inanspruchnahme eines Therapeuten mit einem Makel verbunden. Der Weg über das Internet (anonym) erleichtert die Kontaktaufnahme.

Das Bundesinnenministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert das Projekt mit 65.000 € im Jahr.

Weitere Infos auf www.internettherapie-trauernde-eltern.de

Babysitter gesucht?

Sie suchen einen Babysitter? Ein neuer Anbieter hat sich auf den Markt etabliert: www.betreut.de. Die Besser Betreut GmbH bietet auf Ihrer Plattform hilfesuchenden Eltern, den passenden, kurzfristig verfügbaren Babysitter. Eine Auswahl ist über eine Vielzahl von wichtigen Kriterien möglich.

Die Betreuung von Kindern ist eine absolute Vertrauenssache. So muss jeder Babysitter vor Aufnahme in das Verzeichnis eine Vielzahl von nachprüfbaren Angaben machen. Zudem können seine Leistungen von den Eltern bewertet werden; diese Bewertungen sind dann für alle anderen Nutzer sichtbar.

Das Portal finanziert sich durch eine monatliche Servicegebühr.

Die Besser Betreut GmbH wurde im August gestartet und ging mit Mitte September 2007 online. Innerhalb weniger Wochen haben sich bereits 11.000 Babysitter angemeldet. Das Angebot soll künftig auch auf die Bereiche „Betreuung von Senioren, Nachhilfe für Schüler und die Versorgung von Haustieren“ erweitert werden.