Archive for the ‘Infektionskrankheiten’

Vogelgrippe – Seuchen der heutigen Zeit – PD Dr. René Gottschalk12.08.05

In der Antrittsvorlesung von PD Dr. René Gottschalk, ging es um die Ausbreitung von Seuchen in der heutigen Zeit, speziell um die Vogelgrippe.

Am Beispiel von Yersinia enterocolitica, einen Erreger von Magen-Darm-Infektionen, wurde dargestellt wie sich Seuchen in früheren Zeiten ausgebreitet haben. Nämlich allmählich und vergleichsweise langsam. Die Ausbreitung von Infektionskrankheiten hat sich heute drastisch verändert. Dr. Gottschalk erläuterte anhand von SARS wie schnell eine Erkrankung quer über die Welt ausgebreitet werden kann. Innerhalb kürzester Zeit (nämlich in drei Tagen) ist SARS von Südostasien in Europa und Amerika aufgetreten. Bei SARS waren wir erstmals Zeitzeugen wie eine Erkrankung, die ursprünglich von Tier auf Mensch übertragbar war, nun von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Es kam also zu einer genetischen Veränderung des SARS-Virus.

Bei der Vogelgrippe hat eine Mensch zu Mensch Übertragung noch nicht stattgefunden. Im Zeitraum vom 26.12.2003 bis 29.11.2005 sind insgesamt – nach Angaben der WHO – 134 Fälle beim Menschen aufgetreten. Das ist eine Fallrate von 1 zu 22.000.000 Menschen. Derzeit ist also die Vogelgrippe alles andere als eine Seuche. Aber es besteht die Gefahr, dass sich der Vogelgrippe-Virus genetisch verändert und es zu einer Mensch zu Mensch Übertragung kommen kann. Experten rechnen damit, dass im Frühjahr 2006 die ersten Vogelgrippe-Fälle auch in Europa auftreten, nämlich dann, wenn die Zugvögel wieder in den Norden wandern.

Die Grippe dagegen ist von Mensch zu Mensch übertragbar. In der Saison 2004/2005 gab es in Deutschland 15.000 – 20.000 Todesfälle. Also Menschen, die an der Grippe verstorben sind. Und das, obwohl man sich gegen die Grippe impfen kann.

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Betrachtung des West-Nil-Virus. Ein Virus, der erstmal 1999 durch Zuchttauben nach Amerika kam. Zunächst traten einige Fälle in New York auf. Sechs Jahre später, nämlich 2005, sind inzwischen in allen Bundesstatten der USA Fälle aufgetreten.

Ein beeindruckender und sehr informativer Vortrag. Zur Habilitation Herzlichen Glückwunsch.

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HIV Infektion und AIDS in Südafrika, PD Dr. Wolfgang Preiser12.08.05

In seiner Antrittsvorlesung zum Privatdozenten berichtete Dr. Preiser über die aktuelle HIV und AIDS-Situation in Südafrika. Insgesamt gibt es südlich der Sahara 25,4 Millionen Menschen, die mit dem HIV (HI-Virus) infiziert sind. In Westeuropa sind es vergleichsweise wenig, nämlich insgesamt 610.000 HIV infizierte Menschen. Auch die Sterberate ist bedenklich. Auch bei den Neuinfektionen ist die Situation dramatisch. Südlich der Sahara haben sich im Jahr 2004 3,2 Millionen Menschen mit HIV infiziert. In Westeuropa waren es 22.000.

In Südafrika trat 1982 der erste AIDS-Fall auf. Betroffen war ein homosexueller Mann. Ende der 80er Jahre kam es zunehmend zu einer Ausbreitung von HIV bei heterosexuellen Menschen. Inzwischen überwiegt die Ausbreitung von HIV unter der heterosexuellen Bevölkerung. 27,9% der schwangeren Frauen sind mit HIV infiziert, also mehr als 1/4 der Bevölkerung. Die Provinz KwaZula Natal ist am stärksten betroffen. Dort wird die Zahl der Menschen, die mit HIV infiziert sind, auf über 40% geschätzt.

In Südafrika ist AIDS an erster Stelle der Todesursachen. Die Lebenserwartung (bei Geburt) ist auf 49 Jahre runtergegangen und hat somit 30 Jahre unter der Lebenserwartung in Deutschland (Stand wie zum Ende der 50er Jahre nach der Kolonialperiode). Insgesamt sind in Südafrika geschätzt 5,3 Millionen Menschen mit HIV infiziert. In Deutschland dagegen sind es 49.000 Menschen. Deutschland hat aber fast doppelt so viele Einwohner.

Die Regierung in Südafrika redet das Problem klein. Es ist ein Tabuthema. Ein Schritt in die richtige Richtung hat Nelson Mandela gemacht. Man munkelte, dass Nelson Mandelas Sohn an den Folgen von AIDS verstorben sei. Daraufhin bekannte sich Nelson Mandela öffentlich dazu. Die derzeitige Regierung geht nicht besonders offen mit der Erkrankung und der dramatischen Situation um. Inzwischen scheint auch Dr. Rath Einfluss zu nehmen. Dr. Rath verspricht die Heilung von HIV durch seinen Multivitaminsaft.

Schwangere Frauen haben durchgesetzt, dass sie antiretroviral therapiert werden, damit das ungeborene Kind gesund zur Welt kommt. Eine hervorragender Vortrag von Herrn Preiser, der inzwischen in Südafrika lebt und arbeitet.

Veranstalter war die Frankfurter Medizinische Gesellschaft

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Vogelgrippe H5N1 Virus wird durch Erhitzen abgetötet12.07.05

Die WHO und die UN-Organisation raten dazu Geflügel aus gefährdeten Regionen zu kochen, bzw. zu braten. Bei über 70 Grad Celsius wird der Virus der Vogelgrippe H5N1 abgetötet. Somit kann einer Infektion mit Vogelgrippe vorgebeugt werden. Auch Eier aus den gefährdeten Regionen sollten nur hart gekocht gegessen werden.

Befolgt man diese Maßnahmen, ist eine Infektion mit der Vogegrippe und dem H5N1 Virus nicht denkbar.

WHO – Kein Vogegrippe Risiko für Verbraucher von gekochtem Geflügelfleisch und gekochten Eiern

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Bakterium Clostridium difficile – gehäufte Todesfälle in den USA12.06.05

Clostridium difficile ist ein Bakterium, das zur normalen Darmflora des Menschen gehört. Es kommt bei ca. 3 Prozent aller Gesunden vor. Besonders häufig kann Clostridium difficile bei Krankenhauspatienten nachgewiesen werden.

In der inaktiven Sporenform ist es für den Menschen völlig ungefährlich. Durch die Behandlung mit Antibiotika kann es aber passieren, dass es zu einer schlagartigen Vermehrung des Bakterium Clostridium difficile kommt, weil der Rest der Darmflora vollständig durch Antibiotika geschädigt wird (Clostridium difficile aber nicht). Die Vermehrung des Bakteriums bewirkt, dass Toxine (schädliche Stoffe, Gifte) ausgeschieden werden, die die Darmflora schädigen. Lebensbedrohlich, blutige Durchfälle sind die Folge. Man spricht auch von einer Pseudomembranösen Colitis.

Die Pseudomembranöse Colitis ist also keine Infektionskrankheit, sondern eine Folge einer Antibiotikabehandlung und anschließender Vermehrung der Toxine des Bakterium Clostridium difficile. Unverzüglich muss die Antibiotika-Therapie wieder ausgesetzt werden und der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen werden Mit anderen Antibiotika versucht man wieder eine normale Darmflora herzustellen.

In den USA ist es nun gehäuft zu tödlichen Vorfällen gekommen. Dies wurde in zwei Studien untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass Fluorochinolone (eine spezielle Antibiotikagruppe) zunehmend keine Wirkung auf Clostridium difficile haben und dadurch eine Pseudomembranöse Colitis ausgelöst werden kann. Weiter wurde festgestellt, dass die Komplikationsrate um das Vierfache gestiegen ist. Besonders gefährdet sind ältere Patieten über 65 Jahre. Es scheint also zu einer Veränderung des Bakterium gekommen zu sein. Auffallend ist, dass Clostridium difficile auch außerhalb der Klinik gehäuft aufgetreten ist und auch bei Menschen mit geringem Risiko schwere Erkrankungen auslösen kann.

Bei schweren Durchfallerkrankungen während einer Antibiotikatherapie sollte man immer auch an die Möglichkeit dieser Infektion denken.

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Unterschied zwischen Erkältung und Grippe12.05.05

Der Winter ist da und es ist wieder soweit: Husten, Schnupfen, Fieber. Kaum ein Mensch der sich in dieser Jahreszeit nicht erkältet. Und immer die Frage, was kann ich dagegen tun? Und die einfache Antwort: warten und ins Bett legen. Ca. 7 Tage dauert es bis man eine Erkältung ohne Medikamente übersteht. Mit Medikamenten dauert es eine Woche.

Das heißt, gegen eine Erkältung gibt es keine Therapie. Nur Medikamente, die die Symptome einer Erkältung lindern. Die häufigsten Erreger einer Erkältung sind Rhinoviren, Coronaviren, Adenoviren und Respiratory-Syncytial-Viren. Insgesamt gibt es aber über 200 verschiedene Viren, die eine Erkältung auslösen können. Im Durchschnitt leiden Erwachsene 2 bis 5mal im Jahr an einer Erkältung. Eine Erkältung verläuft bei den meisten Menschen sehr harmlos. Anders als eine Grippe.

Die echte Grippe (auch als Influenza bezeichnet) fordert jedes Jahr allein in Deutschland (bei normalen Verlauf) 5.000 bis 8.000 Todesopfer. In der Vergangenheit hat die Grippe Millionen Todesopfer gefordert. Bekannt ist die Spanische Grippe von 1918/1919 mit 22 Millionen Todesopfern weltweit (Hongkong-Grippe von 1968/69 – die Russische Grippe 1977 mit zusammen insgesamt 1,5 Millionen Opfern).

Im Vergleich zur Vogelgrippe ist die Influenza (echte Grippe) derzeit eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung. Die echte Grippe wird von Influenza-Viren verursacht und kommt im Winter gehäuft vor. Sehr stark gefährdet sind Personen und Menschen mit einer chronischen Lungenerkrankung oder Immunschwäche. In diesem Fall kann die Grippe tödlich enden. Solchen Personengruppen wird eine Grippe-Impfung empfohlen. Inzwischen wurden Medikamente entwickelt, die einen gefährlichen Verlauf der Grippe vorbeugen können, sog. Neuraminidasehemmer. Spätestens 48 Stunden nach Ausbruch der Grippe sollten diese Medikamente eingenommen werden.

Aber wie unterscheidet der Laie eine Erkältung von einer Grippe?
Die Beschwerden bei Grippe und Erkältung sind anfangs ähnlich. Der Verlauf und die Schwere des Krankheitsbildes unterscheiden sich. Typisch für die Grippe ist, dass mehrere Symptome gleichzeitig auftreten. Treten zwei oder mehr dieser Symptome gleichzeitig auf, dann ist das ein Hinweis für eine Influenza.

  • akuter Beginn
  • Husten
  • Fieber
  • Schmerzen

Hohes Fieber über 39 Grad Celsius kann Tage lang anhalten. Weiterhin treten bei einer Grippe Schüttelfrost, Kopf-, Glieder-, Rücken- und Muskelschmerzen auf.

Eine Erkältung beginnt unspektakulärer an. Die Symptome treten klassischerweise nacheinander auf. Zunächst ein Kratzen im Hals, anschließend beginnt die Nase zu laufen und zuletzt kommt der Husten. Sehr selten tritt auch Fieber auf. Nach zwei Wochen ist eine Erkältung in der Regel vollständig überwunden.

Hier ein sehr interessanter Verweis zur aktuellen Aktivität des Influenza-Virus in Deutschland:
Grippe / Influenza-Aktivitätsindex des Robert Koch Institut

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Welt-Aids-Tag 2005 – Kampf dem HIV12.01.05

Die Zahl der HIV-Infektionen nimmt wieder zu. In diesem Jahr sind in Deutschland 2058 neue Menschen mit HIV infiziert worden. Insgesamt sind in Deutschland 49.000 Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Das geht aus den Statistiken des Robert-Koch-Instituts hervor.

HIV ist das Virus der Erkrankung, was mehrere Jahre im Körper schlummern kann. Als AIDS bezeichnet man den Ausbruch der Erkrankung.

Heute findet der Welt-Aids-Tag. Überall in der Welt finden Aktionen zum Gedenken der Opfer von HIV/ AIDS statt. An der weltweiten AIDS-Epidemie sind dieses Jahr etwa 3,1 Millionen Menschen gestorben.

Ein Impfstoff ist nicht in Sicht. Es gibt zwar lebensverlängernde Medikamente, die aber sehr starke Nebenwirkungen haben.

Quellen zu diesem Beitrag:
Informationen der WHO zu HIV und AIDS
Informationen des Robert Koch-Instituts zu HIV und AIDS

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Vogelgrippe H5N1 – Für Menschen gefährlich? (Fragen und Antworten)11.30.05

1. Ist die Vogelgrippe für Menschen gefährlich?

Die Vogelgrippe ist vor allem für Vögel gefährlich. Es gibt viele verschiedene Vogelgrippeviren, die für Menschen völlig ungefährlich sind.

Der Vogelgrippevirus H5N1, der inzwischen in der Türkei und auch in Rumänien nachgewiesen wurde, kann sehr selten auf Menschen übertragen werden. In Regel betrifft es Menschen, die sehr engen Kontakt zu Tieren haben, zum Beispiel Bauern.

2. Kann ich weiterhin Eier und Hühnerfleisch essen?
Derzeit gibt es noch keinen Hinweis darauf, dass man durch den Verzehr von Eiern oder Hühnerfleisch an Vogelgrippe erkranken kann. Empfohlen wird in Ländern, in denen Vogelgrippe vorkommt, das Fleisch gut durchzugaren und keine rohen Eier zu essen.

3. Ich möchte in ein Land reisen, in dem die Vogelgrippe ausgebrochen ist. Ist das gefährlich?
Nein, Sie können ohne Sorge in die betroffenen Länder reisen. Die WHO empfiehlt den Kontakt mit lebendem Federvieh zu meiden, insbesondere Geflügelmärkte.

4. Kann ich mich bei einem Menschen infizieren, der an Vogelgrippe erkrankt ist?
Nein, der Vogelgrippevirus H5N1 ist nach derzeitigen Erkenntnissen von Mensch zu Mensch nicht übertragbar. Über Einzelfälle wurde in den Medien berichtet, kann aber zum jetzigen Zeitpunkt wissenschaftlich nicht bestätigt werden.

5. Kann man Menschen, die an Vogelgrippe erkranken, behandeln?
Es sieht danach aus, dass eine Therapie mit Neuraminidase-Hemmer die Erkrankung lindert. In Laboruntersuchungen reagierte der Vogelgrippevirus H5N1 auf Oseltamivir (Tamiflu®) und Zanamivir (Relenza®) (Neuraminidase-Hemmer) empfindlich. Derzeit laufen klinische Untersuchungen.

7. Kann ich mich gegen Vogelgrippe impfen?
Nein, eine Impfung gegen Vogelgrippe gibt es für Menschen. Für Geflügel existiert bereits eine Impfung.

8. Bis jetzt sind sehr wenige Menschen an Vogelgrippe erkrankt. Wieso die Hysterie?
Wissenschaftler befürchten, dass das Vogelgrippevirus mutieren könnte und dann auch viel leichter von Mensch zu Mensch übertragbar wäre. Ähnlich dem Grippevirus. Groß ist die Angst, dass ein Mensch gleichzeitig an Grippe und an Vogelgrippe erkrankt. Dabei kann es zu einer Mutation kommen.

9. Schützt die Grippeimpfung auch vor der Vogelgrippe?
Nein! Die Impfung hilft nur gegen den Grippe-Erreger und in der Regel auch nur für eine einzige Saison.

Interessante Quellen zu diesem Thema:
Weltgesundheitsorganisation WHO – Avian influenza (”bird flu”) and the significance of its transmission to humans

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