Vogelgrippe – Seuchen der heutigen Zeit – PD Dr. René Gottschalk

In der Antrittsvorlesung von PD Dr. René Gottschalk, ging es um die Ausbreitung von Seuchen in der heutigen Zeit, speziell um die Vogelgrippe.

Am Beispiel von Yersinia enterocolitica, einen Erreger von Magen-Darm-Infektionen, wurde dargestellt wie sich Seuchen in früheren Zeiten ausgebreitet haben. Nämlich allmählich und vergleichsweise langsam. Die Ausbreitung von Infektionskrankheiten hat sich heute drastisch verändert. Dr. Gottschalk erläuterte anhand von SARS wie schnell eine Erkrankung quer über die Welt ausgebreitet werden kann. Innerhalb kürzester Zeit (nämlich in drei Tagen) ist SARS von Südostasien in Europa und Amerika aufgetreten. Bei SARS waren wir erstmals Zeitzeugen wie eine Erkrankung, die ursprünglich von Tier auf Mensch übertragbar war, nun von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Es kam also zu einer genetischen Veränderung des SARS-Virus.

Bei der Vogelgrippe hat eine Mensch zu Mensch Übertragung noch nicht stattgefunden. Im Zeitraum vom 26.12.2003 bis 29.11.2005 sind insgesamt – nach Angaben der WHO – 134 Fälle beim Menschen aufgetreten. Das ist eine Fallrate von 1 zu 22.000.000 Menschen. Derzeit ist also die Vogelgrippe alles andere als eine Seuche. Aber es besteht die Gefahr, dass sich der Vogelgrippe-Virus genetisch verändert und es zu einer Mensch zu Mensch Übertragung kommen kann. Experten rechnen damit, dass im Frühjahr 2006 die ersten Vogelgrippe-Fälle auch in Europa auftreten, nämlich dann, wenn die Zugvögel wieder in den Norden wandern.

Die Grippe dagegen ist von Mensch zu Mensch übertragbar. In der Saison 2004/2005 gab es in Deutschland 15.000 – 20.000 Todesfälle. Also Menschen, die an der Grippe verstorben sind. Und das, obwohl man sich gegen die Grippe impfen kann.

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Betrachtung des West-Nil-Virus. Ein Virus, der erstmal 1999 durch Zuchttauben nach Amerika kam. Zunächst traten einige Fälle in New York auf. Sechs Jahre später, nämlich 2005, sind inzwischen in allen Bundesstatten der USA Fälle aufgetreten.

Ein beeindruckender und sehr informativer Vortrag. Zur Habilitation Herzlichen Glückwunsch.

HIV Infektion und AIDS in Südafrika, PD Dr. Wolfgang Preiser

In seiner Antrittsvorlesung zum Privatdozenten berichtete Dr. Preiser über die aktuelle HIV und AIDS-Situation in Südafrika. Insgesamt gibt es südlich der Sahara 25,4 Millionen Menschen, die mit dem HIV (HI-Virus) infiziert sind. In Westeuropa sind es vergleichsweise wenig, nämlich insgesamt 610.000 HIV infizierte Menschen. Auch die Sterberate ist bedenklich. Auch bei den Neuinfektionen ist die Situation dramatisch. Südlich der Sahara haben sich im Jahr 2004 3,2 Millionen Menschen mit HIV infiziert. In Westeuropa waren es 22.000.

In Südafrika trat 1982 der erste AIDS-Fall auf. Betroffen war ein homosexueller Mann. Ende der 80er Jahre kam es zunehmend zu einer Ausbreitung von HIV bei heterosexuellen Menschen. Inzwischen überwiegt die Ausbreitung von HIV unter der heterosexuellen Bevölkerung. 27,9% der schwangeren Frauen sind mit HIV infiziert, also mehr als 1/4 der Bevölkerung. Die Provinz KwaZula Natal ist am stärksten betroffen. Dort wird die Zahl der Menschen, die mit HIV infiziert sind, auf über 40% geschätzt.

In Südafrika ist AIDS an erster Stelle der Todesursachen. Die Lebenserwartung (bei Geburt) ist auf 49 Jahre runtergegangen und hat somit 30 Jahre unter der Lebenserwartung in Deutschland (Stand wie zum Ende der 50er Jahre nach der Kolonialperiode). Insgesamt sind in Südafrika geschätzt 5,3 Millionen Menschen mit HIV infiziert. In Deutschland dagegen sind es 49.000 Menschen. Deutschland hat aber fast doppelt so viele Einwohner.

Die Regierung in Südafrika redet das Problem klein. Es ist ein Tabuthema. Ein Schritt in die richtige Richtung hat Nelson Mandela gemacht. Man munkelte, dass Nelson Mandelas Sohn an den Folgen von AIDS verstorben sei. Daraufhin bekannte sich Nelson Mandela öffentlich dazu. Die derzeitige Regierung geht nicht besonders offen mit der Erkrankung und der dramatischen Situation um. Inzwischen scheint auch Dr. Rath Einfluss zu nehmen. Dr. Rath verspricht die Heilung von HIV durch seinen Multivitaminsaft.

Schwangere Frauen haben durchgesetzt, dass sie antiretroviral therapiert werden, damit das ungeborene Kind gesund zur Welt kommt. Eine hervorragender Vortrag von Herrn Preiser, der inzwischen in Südafrika lebt und arbeitet.

Veranstalter war die Frankfurter Medizinische Gesellschaft

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Durex – Bewerbung als Kondomtester

Vogelgrippe H5N1 Virus wird durch Erhitzen abgetötet

Die WHO und die UN-Organisation raten dazu Geflügel aus gefährdeten Regionen zu kochen, bzw. zu braten. Bei über 70 Grad Celsius wird der Virus der Vogelgrippe H5N1 abgetötet. Somit kann einer Infektion mit Vogelgrippe vorgebeugt werden. Auch Eier aus den gefährdeten Regionen sollten nur hart gekocht gegessen werden.

Befolgt man diese Maßnahmen, ist eine Infektion mit der Vogegrippe und dem H5N1 Virus nicht denkbar.

WHO – Kein Vogegrippe Risiko für Verbraucher von gekochtem Geflügelfleisch und gekochten Eiern

Herzinfarkt-Risiko – Body Mass Index (BMI) nicht geeignet

In einer Studie ist jetzt belegt worden, dass der Body-Mass-Indes (BMI) nicht dafür geeignet ist, das Herzinfarkt-Risiko eines Menschen zu beurteilen. Die Studie hat gezeigt, dass Menschen mit Herzinfarkt einen höhreren Body-Mass-Index (BMI) haben, aber der Unterschied nicht so prägnant war. Das heißt, der Body-Mass-Index (BMI) war nicht aussagekräftig.

Aussagekräftiger war das Verhältnis zwischen Bauch- und Hüftumfang. Also kann anhand des Verhältnis zwischen Bauch- und Hüftumfang das Herzinfarkt-Risiko eingeschätzt werden.

Die Studie wurde im Lancet veröffentlicht.

Der Body-Mass-Index ist ein Maß zur Bewertung des Körpergewichts eines Menschen im Verhältnis zum Quadrat der Größe:

Body-Mass-Index unter 16 –> kritisches Untergewicht
Body-Mass-Index 16 – 18,5 –> Untergewicht
Body-Mass-Index 20 – 25 –> Normalgewicht
Body-Mass-Index 25 – 30 –> Übergewicht
Body-Mass-Index 30 – 35 –> Adipositas (schweres Übergewicht) Grad I
Body-Mass-Index 35 – 40 –> Adipositas (schweres Übergewicht) Grad II
Body-Mass-Index >40 –> Adipositas (schweres Übergewicht) Grad III

Bakterium Clostridium difficile – gehäufte Todesfälle in den USA

Clostridium difficile ist ein Bakterium, das zur normalen Darmflora des Menschen gehört. Es kommt bei ca. 3 Prozent aller Gesunden vor. Besonders häufig kann Clostridium difficile bei Krankenhauspatienten nachgewiesen werden.

In der inaktiven Sporenform ist es für den Menschen völlig ungefährlich. Durch die Behandlung mit Antibiotika kann es aber passieren, dass es zu einer schlagartigen Vermehrung des Bakterium Clostridium difficile kommt, weil der Rest der Darmflora vollständig durch Antibiotika geschädigt wird (Clostridium difficile aber nicht). Die Vermehrung des Bakteriums bewirkt, dass Toxine (schädliche Stoffe, Gifte) ausgeschieden werden, die die Darmflora schädigen. Lebensbedrohlich, blutige Durchfälle sind die Folge. Man spricht auch von einer Pseudomembranösen Colitis.

Die Pseudomembranöse Colitis ist also keine Infektionskrankheit, sondern eine Folge einer Antibiotikabehandlung und anschließender Vermehrung der Toxine des Bakterium Clostridium difficile. Unverzüglich muss die Antibiotika-Therapie wieder ausgesetzt werden und der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen werden Mit anderen Antibiotika versucht man wieder eine normale Darmflora herzustellen.

In den USA ist es nun gehäuft zu tödlichen Vorfällen gekommen. Dies wurde in zwei Studien untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass Fluorochinolone (eine spezielle Antibiotikagruppe) zunehmend keine Wirkung auf Clostridium difficile haben und dadurch eine Pseudomembranöse Colitis ausgelöst werden kann. Weiter wurde festgestellt, dass die Komplikationsrate um das Vierfache gestiegen ist. Besonders gefährdet sind ältere Patieten über 65 Jahre. Es scheint also zu einer Veränderung des Bakterium gekommen zu sein. Auffallend ist, dass Clostridium difficile auch außerhalb der Klinik gehäuft aufgetreten ist und auch bei Menschen mit geringem Risiko schwere Erkrankungen auslösen kann.

Bei schweren Durchfallerkrankungen während einer Antibiotikatherapie sollte man immer auch an die Möglichkeit dieser Infektion denken.