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Krankenkassen übernehmen Reise-Impfungen

Reise-Impfungen mussten bisher aus eigener Tasche bezahlt werden. Einige gesetzliche Krankenkassen haben sich jetzt dazu entschieden Reise-Impfungen zu bezahlen. Dazu gehören die Techniker Krankenkasse, die DAK und die Kaufmännische Krankenkasse Hnnover (KKH). Sie übernehmen die Kosten für Impfungen, die von der STIKO (Ständige Impfkommission) empfohlen werden. Zum Beispiel Impfungen gegen Typhus, Gelbfieber, Cholera, Hepatitis A und B, Tollwut, Meningokokken-Meningitis und FSME. Nach eigenen Angaben zahlen TK und DAK auch die sehr teure Malaria-Prophylaxe.

Der Patient bekommt weiterhin eine Rechnung vom Arzt, kann die Rechnung aber bei seiner Krankenkasse einreichen.

Um sicher zu gehen, ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt, sollte man vorher anfragen.

Linktipp:
Weitere Themen zu Reise und Impfungen / Reisemedizin.

Neues Gesundheitsportal Imedo

Ein neues Gesundheitsportal unter dem Namen Imedo ist an den Start gegangen. Auf der Seite www.imedo.de treffen sich Menschen, um anonym Erfahrungen auszutauschen.

Die Mitglieder können sich in Gruppen organisieren, Fragen stellen, Ziele setzen und sich von der Community beim Erreichen der Ziele unterstützen lassen. Ein modernes Web 2.0 Portal.

Imedo schenkt jedem Mitglied für 25 neu geworbene Mitglieder die Praxis-Jahresgebühr von 40 Euro. Eine strategisch spannende Entscheidung.

Hier geht es zu www.imedo.de.

Schützt grüner Tee vor HIV-Infektion?

Forscher der Baylor-Universtät in Houston und der Universtät in Sheffield bestätigen, dass im Grünen Tee ein Wirkstoff gefunden wurde (EGCG – Epigallocatechin-Gallat), der den HI-Virus dabei hindert, in die menschlichen T-Zellen (Immunzellen) einzudringen.

Der Genuss von 2-3 Tassen von grünem Tee kann eine sinnvolle Ergänzung zur antiretroviralen Therapie HIV-erkrankter Menschen sein, ersetzt aber keinesfalls die antiretrovirale Therapie.

Zudem gibt es keine Anhaltspunkte, dass EGCG vor einer Infektion mit HIV schützt. Nur „Safer Sex“ schützt derzeit nachweislich vor der Infektion.

Nierentransplantation TV-Show

Drei todkranke Menschen spielen in einer TV Show um eine Niere. Sie spielen um die Niere der krebskranken Lisa, die wahrscheinlich bald sterben wird. Lisa darf am Ende mit der Unterstützung des Publikums entscheiden, wer ihre Niere bekommt. Nur einer gewinnt die Niere. Für die anderen zwei ist das mit einem Todesurteil gleich zu setzen.

Die Niere der krebskranken Frau wird noch vor ihrem Tod transplantiert, da nach holländischen Gesetz nur dann sichergestellt ist, dass das Organ dem ausgewählten Spender zugute kommt.

Im niederländischen Fernsehen wird diese TV-Show Realität. Ziel des Senders ist es, auf die Probleme mit Organspenden aufmerksam zu machen.

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02.06.2007 Zusatz: Die geplante Show war letzten Endes ein PR-Gag, um auf die Situation der mangelnden Organspendebereitschaft aufmerksam zu machen.

Mezis – Mein Essen zahle ich selbst

Pharma-Industrie am Pranger: Mezis ist ein Verein von Ärzten und Ärztinnen, die darauf bestehen, ihr Essen selbst zu zahlen. Der Verein der unbestechlichen Ärzte und Ärztinnen.

Worum geht es? Mezis wurde Ende Januar gegründet. In den USA und auch in Italien gab es bereits ähnliche Initiativen –> no free lunch. Mezis fordert unter anderem Besuchsverbot für Pharma-Berater in Arztpraxen. Häufig werden heutzutage Fortbildungen von Pharma-Unternehmen organisiert und gesponsert. Natürlich machen die Pharma-Unternehmen im Laufe dieser Veranstaltungen auch Werbung für die eigenen Produkte, laden Ärzte zum Essen ein oder bieten gar bezahlte Reisen im Rahmen von Fortbildungen an.

Die Gefahr, die Mezis sieht, ist dass Ärzte durch die gezielte Einflussnahme der Pharmaindustrie nicht bessere, sondern besser beworbene Medikamente verschreiben. Ein berechtigte Sorge?

Sieht man sich die Zahlen an, dann kommt man ins Grübeln. Immerhin sind täglich ca. 16.000 Pharma-Referenten auf dem Weg zu Ärzten. Sie schaffen etwa 20 Mio. Arztbesuche pro Jahr. Immerhin ist der Medikamenten-Markt ein Milliardenmarkt. 26 Milliarden Euro wurden 2006 für Arzneimittel ausgegeben. Kein Wunder, dass die Gelder locker sitzen.

Mehr Informationen gibt es hier: www.mezis.de

Gebiss an einem Tag

Erstmalig wurde in Deutschland einer Patientin an einem einzigen Tag ein komplettes Gebiss implantiert.

Das Gebiss besteht aus 14 Implantaten, die als Feiler für die Zahnbrücken dienen. Dieser mehrstündige Eingriff wurde in der Universitätsklinik Düsseldorf durchgeführt. Normalerweise dauert der Aufbau eines Gebisses mehrere Monate.

Der Kieferchirurg Norbert Kübler ist somit der erste, der diesen Eingriff gewagt hat.

Die 55jährige Patientin musste für das neue Gebiss insgesamt 25.000 Euro zahlen. Sie wollte unbedingt festsitzende Zähne. Die gesetzliche Krankenkasse übernahm die Kosten dieser Behandlung nicht. Die Zähne waren schon im Vorfeld in einem schlechten Zustand, deshalb entschied sich die Patientin alle verbleibenden Zähne zu opfern. Der Oberkieferknochen war durch die Parodontose stark zurückgebildet und bot für die Zahnimplantatae zu wenig halt. Deshalb wurde der Oberkiefer mit künstlichem Material und Knochenmark aus dem Becken der Patientin wieder aufgebaut.

Mit Hilfe der Computer naviegierten Implantologie können die Zahnimplantate sehr präzise eingesetzt werden.

Ob sich das „Gebiss an einem Tag“ durchsetzt, bleibt abzuwarten. Die Belastung für Patienten ist nicht unerheblich.

Steißbeinfistel-Pilonidalsinus

Aktueller Fall aus dem Freundeskreis: eine Steißbeinfistel. Der medizinische Begriff dafür ist Pilonidalsinus. Was ist eine Steißbeinfistel und wie behandelt man diese Erkrankung? Eine Steißbeinfistel kommt vor allem bei jungen und stark behaarten Personen vor. Dabei handelt es sich um Haare, die durch die Haut nach innen wachsen und zu einer Infektion führen.

Eine Streißbeinfistel heilt in der Regel nicht von selbst und muss operiert werden. Die Beschwerden können sich zwar besser, aber meist nur vorübergehend. Die Fistel selbst bleibt ohne Behandlung bestehen und führt immer wieder zu Entzündungen. Wer eine Steißbeinfistel mal gehabt hab, weiß wie schmerzhaft es sein kann. Oft kann man vor Schmerzen weder sitzen noch liegen. Wie der Name schon sagt treten Steißbeinfisteln am Steißbein auf.

Behandlung von Steißbeinfisteln

Das entzündete Gewebe muss vollständig entfernt werden. Das wird meistens in lokaler Betäubung durchgeführt. Manchmal sogar in Vollnarkose. Wenn neben der Fistel auch ein Abszess (Eiteransammlung) vorliegt, wird die Wunde nicht verschlossen, damit der Eiter abfließen kann. Wenn keine Eiterung vorlag, kann die Wunde wieder verschlossen werden. Die Heilungsaussichten sind in der Regel sehr gut. Schon nach kurzer Zeit treten keine Beschwerden mehr auf.

Eine Steißbeinfistel also nicht auf die leichte Schulter nehmen und behandeln…